Iberia 2026

Tag 11+12: Bis in die Wolken

Tag 11+12: Bis in die Wolken

DO 12.03.2026

Nach telefonischen Geburtstagsgrüßen nach Köln mache ich den Camper reisefertig. Bevor ich den nächsten Stellplatz im Ebrodelta ansteuere, fahre ich von Barcelona aus noch nach Westen in die Berge. Hier befindet sich die Benedoktinerabtei Santa Maria de Montserrat auf 720 m Höhe.

Das Kloster ist aufgrund seiner spektakulären Lage, gebaut am Fels, bei Touristen beliebt und gerne Ziel von Tagesausflügen von Barcelona aus. Für Einheimische ist das Kloster oft auch Ziel von Pilgerreisen zu „Unserer lieben Frau von Montserrat“, eine Madonnenfigur aus dem 12. Jahrhundert.

Darüber hinaus hat das Kloster für die Katalanen eine besondere Bedeutung.  Zur Zeit der Franco-Diktatur leistete man dort Widerstand, trotz Verbot wurde dort Katalanisch gesprochen und Messen auf Katalanisch abgehalten. Das Kloster diente auch als Versteck für viele Hundert Verfolgte des Franco-Regimes , 23 Mönche wurden von den Faschisten deswegen hingerichtet. Dadurch ist das Kloster bis heute ein Symbol des Kampfes der Katalanen gegen Unterdrückung.

Ich beschließe, nicht mit dem Camper einen der Parkplätze am Berg anzusteuern, sondern fahre zur Talstation der Zahnradbahn, die bereits 1882 eröffnet wurde und bis 1923 die Strecke mit 8 Dampfloks befuhr. Heute ist die Strecke elektrifiziert und wird von fünf modernen niederflurigen Triebwagen bedient. Der Parkplatz an der Station bietet auch Wohnmobilen Platz und ist bei Nutzung der Bahn sogar kostenfrei.

Nach Ankunft am Kloster fahre ich mit einer Standseilbahn weiter auf den Berg bis in 970 m Höhe. Die erhoffte Aussicht auf das Kloster war zwar noch auf der Fahrt, nicht mehr aber vom Berg aus gegeben. Die Gipfel sind zwischenzeitlich in den Wolken verschwunden. So mache ich mich zu Fuß wieder auf den Rückweg und irgendwann komme ich wieder tiefer als die Wolken, die Sonne bleibt jedoch verschwunden.

Um 13:00 h besuche ich in der Basilika noch den täglichen Gesang des Knabenchors der Abtei. In der klösterlichen Schule werden Jungen ab der 4. Klasse unterrichtet und erhalten eine musikalische Ausbildung.

Nach der Rückfahrt mit der Zahnradbahn setze ich meine Fahrt fort, Ziel ist das Delta des Flusses Ebro, dem mit 910 km zweitlängsten Fluss der Iberischen Halbinsel.

FR 13.03.2026

Bereits vor Sonnenaufgang und Frühstück starte ich zu der nahegelegenen Laguna de les Olles, der kleinsten Lagune des Deltas. Von verschiedenen Aussichtspunkten kann man hier Wasservögel beobachten.

Nach Rückkehr, Frühstück und Haus- Camperarbeit steht eine erste Fahrradtour an. Ziel ist eine etwas größere Lagune auf der anderen Seite des Ebros. Die Fahrt führt durch eine flache und sich eintönig wiederholende Landschaft. Das Delta wird landwirtschaftlich vor allem zum Reisanbau genutzt. Die Bearbeitung der nassen Felder erfolgt mit umgerüsteten Traktoren.

Im Frühjahr werden die Felder geflutet, bevor das Wasser im Sommer wieder abgeleitet wird und ein grüner Teppich aus Reispflanzen entsteht. Dadurch dienen die Felder als wichtige Feuchtgebiete für viele Vögel. Dass die Felder derzeit zum Teil unter Wasser stehen, liegt jedoch am Regen der vergangenen Wochen.

Immer wieder sieht man rechts und links der Wege Vogelgruppen, welche die Felder und Tümpel nach Futter absuchen.

Der Rückweg von knapp über 20 km ist überschaubar – denkt man. Allerdings hat die Navigation mit Komoot soviel Strom geschluckt, dass der Akku des Smartphones den Dienst quittiert. Letzte Anzeige: noch 5,5 km bis zum Campingplatz. Ich setze die Fahrt fort, komme aber offensichtlich vom Weg ab. Meine Nachfrage unterwegs wird bemüht, aber falsch beantwortet. Irgendwann scheint mir etwas nicht in Ordnung, also nochmal ein Auto angehalten. Die Suche auf dem Smartphone des Fahrers zeigt 10 km an und eine andere Richtung.

Nach dem Telefon gibt jetzt auch noch die Fahrradbatterie auf, weiter geht es nur noch mit Muskelkraft. Irgendwann komme ich dann an einer Stelle vorbei, an die ich mich vom morgendlichen Spaziergang erinnere. Ich bin auf dem richtigen Weg und es sind nur noch knapp 3 km, bis ich den Camper erreiche.

Am Abend dann das Eishockeyspiel der Haie gegen Wolfsburg. Im ersten Viertel liegen wir bereits nach 11 Minuten steht es bereits 4:0 – gegen uns ! Jungs, ich bin müde, Ihr wart doch gar nicht Fahrradfahren. Auf jetzt ! Und dann die Aufholjagd, nach 31 min steht es 4:4 – na also, das ist Kampfgeist. Auch der Ausgleich zum 5:5 klappt noch. Erst bei 6:5 wird es dann düster, beim Versuch, den Ausgleich zu schaffen, bekommen wir noch 2 Treffer ins leere Tor.

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