Iberia 2026

Tag 21+22: Von den Mauren zur Route 66

Tag 21+22: Von den Mauren zur Route 66

SO 22.03.2026

Ich verlasse Murcia und fahre zunächst ans Meer. Es sind lediglich 50 km bis hierhin, so dass ich noch vormittags hier ankomme. Einen Parkplatz habe ich vermeintlich beim Fußballstadion gefunden, hier sind aber die Zufahrtsstraßen wegen einer Veranstaltung gesperrt. Ich werde aber in der Nähe fündig, muß allerdings eine halbe Stunde bis zur Altstadt laufen.

Cartagena gehört auch zur Provinz Murcia und ist mit mehr als 220.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt der Provinz. Anhand von farbig bemalten Muschelschalen in einer Kalksteinhöhle konnte man nachweisen, dass hier bereits vor 50.000 Jahren Düsseldorfer – äääh Neandertaler – lebten. Später lag hier die von Iberern gegründete Stadt Massia, später die Hauptstadt der Karthager auf der iberischen Halbinsel. Von hier brach Hannibal mit seinen Elefanten nach Italien auf.

Später eroberten die Römer die Stadt, die aufgrund ihrer Silberlagerstätten wichtig war. Bis zu 40.000 Menschen sollen seinerzeit in den Silberbergwerken gearbeitet haben. 756 n.Chr. wurde die Stadt dann Teil des Emirats von Cordoba.

1990 wurde bei Bauarbeiten ein römisches Amphitheater entdeckt, welches zwischenzeitlich freigelegt und heute eine der Hauptattraktionen der Stadt ist.

Von Cartagena aus geht es weiter nach Süden und bereits nach wenigen Kilometern erreiche ich Andalusien, die autonomie Region an der Südküste Spaniens. Gestern abend hatte ich noch Zeitschriften gelesen und dort zufällig einen Hinweis auf einen Campingplatz gefunden, den zwei Auswanderer aus der Eifel bei Vera führen. Da dies auf meinem Weg liegt und ich eh auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz bin, steuere ich diesen Platz für die Nacht an.

Montag 23.03.2026

Weiter geht es parallel zur Küste weiter in den Süden, mein Zwischenziel ist die Hafenstadt Almeria. Die Stadt wurde 955 vom maurischen Herrscher des Kalifats von Cordoba als ein Haupthafen neu gegründet. Danach erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blüte durch die Herstellung und den Export von Seidenstoffen. Zu dieser Zeit wurde auch die Alcazaba, eine auf einem Hügel über der Stadt gelegene Befestigungsanlage gebaut.

Nach Besichtigung der Altstadt mit nordafrikanischer Anmutung, engen Gässchen mit alten weißen Häusern und Palmenalleen fahre ich noch einige Kilometer zurück in den Norden und komme in einer anderen Welt an.

Rund um den Wüstenort Tabernas wurden in den 1960er und 1970er Jahre zahlreiche Western gedreht, die Gegend galt damals als das „europäische Hollywood“.Von der Wüste morgen mehr, hier nur erste Eindrücke von der Fahrt und eine besondere Begegnung mit der amerikanischen Kultur der 60er und 70er.

Mein Übernachtungsplatz heißt übrigens „Little Texas“ und wird geführt von einem holländischen Ex-Autohändler, der vor drei Jahren hierher ausgesiedelt ist. Holländische Campingplätze gibt es also nicht nur in der Eifel und im Moseltal !

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