SA 28.03.2026





Die heutige Fahrt führt mich zu einem Campingplatz am Rande des Nationalparks von Doñana in der Provinz Huelva. Auf dem Weg dorthin mache ich nochmal Zwischenstation in einem weiteren weißen Dorf – Arcos de la Frontera. Das Dorf zieht sich wieder den Berg empor, oben thronen dann die maurische Festungsanlage und die katholische Kirche Santa María de la Asunción. Dort wird bereits alles geschmückt für die Seman Santa – die heilige Woche, von Palmsonntag bis Ostersonntag. Wie in vielen Gemeinden werden auch hier in Arcos in dieser Woche mehrere Prozessionen durch das Dorf ziehen. Im vorderen Bereich der Kirche wird gerade der Paso, der prächtige Figuren-Thron hergerichtet, der dabei von mehreren Trägern durch das Dorf geschleppt wird.
Weiter geht es Richtung Atlantikküste, Sevilla lasse ich rechts liegen. Allerdings führen das Zusammentreffen von Großstadt, Samstag nachmittag und anstehender Beginn der Heiligen Woche zu erheblichen Staus auf der Umgehungsstraße. Ich erledige noch den Wochenendeinkauf, auch hier Stau vor den Kassen. Die Meisten der Spanier haben ihre Einkaufswagen bis zum Rand gefüllt – ob es kommende Woche vielleicht nichts mehr gibt ? So erreiche ich mein Tagesziel erst am frühen Abend.
SO 29.03.2026


Heute fahre ich mit dem Fahrrad zunächst in das etwa 20 km entfernte Dorf El Rocio, bei uns eher unbekannt, ist El Rocio der zweitgrößte Wallfahrtsort Spaniens. Jedes Jahr an Pfingsten kommen etwa eine Million Besucher zur Verehrung der heiligen Jungfrau von Rocio in der gleichnamigen Wallfahrtskirche. Dann treffen die Pilgergruppen zu Fuß, zu Pferde oder mit der Kutsche im Dorf ein, eine Mischung aus tiefem Glauben und andalusischer Kultur mit Trachten und Flamenco. Da trifft es sich gut, dass es im Dorf keine asphaltierten Straßen gibt, alle Wege sind sandbedeckt, auch wenn außerhalb der Feierlichkeiten alle mit ihren PKWs hier Staub aufwirbeln.




Nur 2 km von El Rocio entfernt beginnt der Nationalpark, einst eines der bedeutendsten und größten Feuchtgebiete Europas. In den vergangenen Jahren ist die Gegend jedoch mehr und mehr ausgetrocknet, verantwortlich neben dem Klimawandel auch illegale Brunnen, die der Bewässerung großer Obst- und Gemüseplantagen dienen, vornehmlich Erdbeeren werden hier angebaut.

Durch die ungewöhnlich starken Regenfälle der letzten beiden Jahre hat sich die Situation etwas entspannt, die spanische Regierung geht aber auch vermehrt gegen die illegalen Wasserentnahmen vor.
War die Anfahrt bereits anstrengend aufgrund der schlechten Straße mit unendlich vielen Schlaglöchern, war die Rückfahrt noch härter. Sowohl komoot, als auch maps schlugen einen anderen Weg vor. Die Straße war deutlich besser und beidseits von eingezäunten Privatwäldern flankiert. Leider endeten die Zäune nicht beim empfohlenen Abzweig, einen Schlüssel für das Tor hatte ich nicht und schweren Herzens entschloss ich mich, ca. 7 km zurück zu fahren, um wieder auf die „alte“, schlechte Straße zu gelangen.
Vom heutigen Spiel der Haie sah ich dann nur noch das zweite und dritte Drittel. Erneut ein Sieg in Schwenningen. Wenn sie jetzt am DI in Köln noch den vierten Sieg einfahren, ist das Halbfinale gesichert.