MI 01.04.2026
Heute steht wieder ein Ortswechsel an, die Fahrt führt mich in den Nationalpark Monfrigüe, nördlich von Caraceres. Es ist der einzige Naturpark in der Extremadura und er erstreckt sich rechts und links des Flusses Tajo, in Portugal als Tejo bekannt. Es ist der längste Fluss der Iberischen Halbinsel mit knapp über 1.000 km Länge, er mündet bei Lissabon in den Atlantik.

Hier schlängelt er sich durch eine tiefe Schlucht, auf dem Berg eine alte Festungsanlage, unmittelbar am Fluss einige Felsen, die von Gänsegeiern bevölkert sind. Ich bin schon früh am Campingplatz unmittelbar am Tor zum Nationalpark – und das ist auch gut so ! In der Semana Santa, der Osterwoche, sind Schulferien und der Platz ist gut belegt. Ich bekomme auch noch einen Stellplatz, stelle dort aber nur einen Stuhl ab und fahre in den Park.


Ein Parkplatz an der Straße ist schnell gefunden, weniger schnell geht es dann die 2 ½ km den Berg hinauf zur Festung. Unterwegs quert man einen Wald, u.a. mit alten Korkeichen und der ein oder anderen blühenden Blume. Von oben bietet sich eine schöne Aussicht zum Fluss und den Felsen, die Geier ziehen ohne Anstrengung ihre Kreise auf der Suche nach Essbarem.
Zum Glück ist der Weg nach unten wesentlich einfacher und schneller bewältigt. Ein Pfad in Richtung der Felsen ist derzeit gesperrt, die spanische Erklärung dafür übersetze ich nicht. Zuletzt fahre ich noch drei Kilometer zum Salto di Gitanos weiter und schaue mir dort die Parkgelegenheiten an, morgen früh werde ich wieder hierher kommen.
DO 02.04.2026
Nach dem Frühstück verstaue ich alles fahrsicher, nur der Stuhl, der muß auf dem Platz zurück bleiben. Es sind etwa 19 km zum Aussichtspunkt auf die Geierfelsen, unmittelbar neben der Landstraße gelegen und – wie ich gestern Nachmittag gesehen haben – ein vielbesuchter Ort.
Geier haben einen sehr fotografenfreundlichen Lebenswandel, es genügt, gegen 10:00 h am Ort zu sein. Die großen und schweren Vögel warten morgens die Thermik ab, wenn sich die Luft an den Felsen erwärmt, um dann selbst aufzusteigen. Zuerst sind es nur einzelne, die nach Nahrung suchen. Sie werden von ihren Kollegen genau beobachtet, wenn einer nach unten geht, weil er Nahrung entdeckt hat, sind die Anderen schnell zur Stelle. Hier im Nationalpark bringen die Ranger immer wieder verendete Tiere und Schlachtabfälle, sodass die Geier hier sesshaft sind.



Unmittelbar neben meinem Standort erhebt sich ein kleinerer Fels, darauf zwei Geier. Sie sind so nah, dass etliche Portraitaufnahmen gelingen. Der Fels mit sicher mehr als 100 weiteren Tieren ist auf der anderen Seite des Tajos. Gegen Mittag sind immer mehr Tiere in der Luft und ziehen ihre Kreise. Ich habe unweit meines Standortes auf einem verdorrten Astnoch eine Rötelschwalbe entdeckt, von ihr noch ein, zwei Fotos, dann fahre ich eine kleine Straße flussaufwärts mit etlichen Aussichtspunkten durch den Park.

Bevor ich zu meinem Stellplatz zurückkehre, mache ich noch einen Stadtbummel durch die nahe gelegene Stadt Plasencia, gerade richtig zur Kaffeezeit. Ein Besuch der Kathedralen, der alten Kathedrale erbaut im 13. und 14. Jahrhundert und der daran angebauten „neuen Kathedrale“ aus dem 15. und 16. Jahrhundert ist sehr interessant. Man erhält einen Audioguide mit guten Erklärungen der Baugeschichte und der sakralen Kunst und die stehen hier auch in deutsch zur Verfügung.


