FR 03,04.2026
Nach dem Frühstück verlasse ich den Platz und nehme eine Panoramastraße durch den Naturpark bis zu einem Aussichtspunkt. Ich war gestern schon mal hier vorbei gekommen, aber alle Parkplätze waren besetzt. Heute morgen habe ich die freie Auswahl und am „Mirador“ ist erst eine Familie. Die Geier auf dem Fels auf der anderen Seite des kleinen Flusses warten auf den Felsen noch auf die Thermik.

Es dauert eine Zeitlang, bis es der erste dann mal versucht. Ein kurzer Flug parallel zum Hang, aber gut mit der Kamera zu verfolgen.







Es geht heute noch einige Kilometer weiter in den Norden der Extremadura, unmittelbar an die Grenze zu Kastilien. Der Weg führt zunächst wieder durch riesige Wälder mit Kork- und Steineichen beidseits der Straße. Diese sind grundsätzlich eingezäunt, dienen sie doch auch der Beweidung. Am bekanntesten sind wohl die Iberico-Schweine, die sich vor ihrer Schlachtung eine Saison lang mit Eicheln vollfressen dürfen. Das Fleisch dieser Tiere ist deutlich dunkler als übliches Schweinefleisch und wird u.a. zur Produktion des luftgetrockneten Schinken „jamon iberico“ verwendet.


Später weicht die Ebene, es wird hügeliger und in der Ferne sieht man Berge, teilweise schneebedeckt. Jetzt begleiten v.a. Olivenhaine den Weg, aber – anders als in Andalusien – kleinteiliger, die Grundstücke häufig durch Natursteinmauern abgetrennt.


Mein Ziel ist der Campingplatz in Riomalo, das eben noch zur Extremadura gehört. Jenseits des hier verlaufenden Rio Alagon, der auch die Grenze zu Kastilien markiert. In der Nähe des Platzes gibt es einen Aussichtspunkt auf eine Flußschleife, die ein wenig an den berühmten Horse Shoe Bend , dem Mäander des Colorado Rivers in Arizona.

Am späten Nachmittag mache ich mich mit dem Fahrrad noch hierhin auf den Weg und erkenne jetzt auch den Grund, was meine Anfahrt zum Campingplatz auf den letzten Metern so schwierig gestaltete. Die Straße zum Aussichtspunkt ist schmal und führt am Platz vorbei und dann den Berg hinauf. Zwei PKWs passen gerade noch aneinander vorbei, aber auch nicht an jeder Stelle. Hier haben aber die meisten Fahrer die Angwewohnheit, in die Engstelle zu fahren, auch wenn ersichtlich ist, dass man kaum oder gar nicht aneinander vorbei kommt – und an einem 2,35 m breiten Wohnmobil schon gar nicht. Und schon ging garnichts mehr, bis mir ein Spanier dabei half, unter Verwendung des Gehweges und Einklappen des rechten Spiegels, sowie beiseite dirigieren des Gegenverkehrs die 200 m bis zum Campingplatz zu überwinden.
Mit dem Fahrrad sind es knapp über 3 km bis zum Aussichtspunkt, teilweise steil den Berg hoch und immer wieder abgebremst von sich begegnenden PKWs. Der Blick von hier ist schon toll, was offensichtlich die ganze Region weiss und daher sich an Karfreitag hier oben trifft.
SA 04.04.2026
Ich mache mich bereits um 7:00 h mit einer Kanne heißen Tee nochmal auf den Weg zum Aussichtspunkt, geht doch die Sonne hinter dem Mäander auf. Es ist eisig kalt, ca. 7 °C, aber wozu habe ich Mütze und Handschuhe in den sonnigen Süden mitgenommen ?

Leider ist der Himmel fast wolkenlos, sodass sich die Strahlen der aufgehenden Sonne nirgends verfangen können und es keine spektakuläre Färbung gibt. Die Zeitrafferaufnahmen bleiben weit hinter meinen Erwartungen zurück, dafür darf ich den Anblick und den Gesang der Vögel hier oben allein genießen.
Zurück am Camper gibt es ein ordentliches Frühstück, die Samstagsausgabe des Stadtanzeigers und noch das Ein oder Andere zu tun. Am Nachmittag dann noch ein kurzer Spaziergang in der nächsten Umgebung und abends besuche ich das Restaurant auf dem Platz. Beide Tage habe ich festgestellt, dass hier viele Einheimische zum Essen kommen und so werde ich es auch versuchen. Naja – am Essen kann es wohl nicht liegen – oder es gibt eine Spezialität, die ich nicht kenne – und auch nicht bestellt habe.