Iberia 2026

Tag 53+54: Besuch bei den Heidelbergern

Tag 53+54: Besuch bei den Heidelbergern

DO 23.04.2026

Heute fahren wir nach dem Frühstück dorthin, wo wir eigentlich übernachten wollten, der Campingplatz aber geschlossen hatte. Dazu geht es zunächst nochmal auf der Straße gut 700 m nach oben, bis auf etwa 1.100 m. Danach steigt die Seilbahn nochmal 700 m in die Höhe bis zur Bergstation auf 1.823 m über dem Meeresspiegel.

Der Parkplatz ist groß, unser Camper hat ausreichend Platz. Aber als wir die Talstation erreichen, ist dort schon ganz schön Betrieb und wir erhalten einen Zeitslot eone Stunde später. Es sind zwei Gondeln, die hier an zwei separaten Seilen verkehren, jede fasst ca. 18 Personen. Klar – vormittags wollen viele auf den Berg, von dort führen mehrstündige Wanderungen weiter, sodass man möglichst früh beginnen sollte.

Es ist eine schroffe Bergwelt mit kantigen Felsen, die hier auf der Hochebene mit Gras und teilweise noch Schneeresten bedeckt ist. Christine macht einen kleinen Spaziergang bei der Bergstation, ich steige weiter hinauf, um auch die andere Seite des Berges zu sehen.

Wie bereits im letzten Bericht erwähnt, sind die Picos de Europa der älteste Nationalpark Spaniens und auch einer der größten in Europa. Sie sind auch ein Rückzugsort für wilde Tiere, so leben hier Braunbären und Wölfe, es gibt Geier und Adler und vieles mehr.

Ich habe bei meinem kurzen Besuch weder Bär noch Wolf gesehen oder gehört. Gehört ? Es ist kaum zu glauben, aber als ich dort nur wenige hundert Meter abseits des großen Weges und der Bergstation war, war absolut nichts zu hören. Es war eine Stille, die wir in unserem Alltag praktisch nicht mehr erleben.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch Mogrovejo, ein kleines Bergdorf nur 2 km abseits unserer Route. Es geht steil bergauf auf der einzigen Zufahrt, der Parkplatz bietet Platz für unseren Camper, liegt aber leider auf der anderen Seite des Dorfes. An den engsten Stellen der Straße bleiben uns beidseits der Spiegel höchstens noch 20 cm Platz. Aber es klappt und auch die Natursteinhäuser bleiben unbeschädigt.

FR 24.04.2026

Nachts hat es geregnet in den Bergen und jetzt am Morgen steigen überall die Nebelschwaden von den Wiesen auf. Die Wolken hängen noch tief, aber hier oben reißen sie auch etwas auf. Ganz anders, als wir durch das Tal der Cares wieder in Richtung Küste fahren. Hier, in den tieferen Regionen, ist alles bewölkt, die Berge verhüllt.

Wir fahren weiter westwärts bis nach Santillana del Mar in Kantabrien. In dieser Gegend wurde 1868 die Höhle von Altamira entdeckt, deren Bedeutung zunächst nicht erkannt wurde. Einige Jahre später entdeckte die fünfjährige Tochter des Gutsherrn Abbilder von „Rindern“, danach wurde die Höhle systematisch erforscht. Die damalige Fachwelt bezweifelte die Echtheit der entdeckten Höhlenmalereien . Erst als 1901 in der Höhle von Font-de-Gaume in der Dordogne (Frankreich) ähnliche Malereien entdeckt wurden, wurden die Malereien als echt anerkannt.

Die Bilder wurden vor 18.000 – 36.000 Jahren, in der Phase des „Homo Heidelbergensis“, noch vor der Zeit der Neanderthaler erstellt. Es handelt sich neben Ritzzeichnungen um Zeichnungen mit Holzkohle und Pigmenten aus dem roten Sandstein auf dem Fels der Höhle, an Decke und Wänden.

1979 wurde die Höhle für Besucher geschlossen, da die von diesen eingetragene Feuchtigkeit zu Schimmel und Zerstörung der Kunstwerke führte. 1985 begann man damit, eine Reproduktion der Höhle und der Zeichnungen anzufertigen, die wir heute besichtigen. Der Andrang bei dem Museum ist ungewöhnlich groß, wir finden aber einen halblegalen Parkplatz für unseren Camper. Nach Schlange stehen an der Kasse erhielten wir die Eintrittskarten als Senioren umsonst, mussten allerdings erst per Ausweis nachweisen, dass wir beide bereits über 65 sind. (((-:

Unser Übernachtungsplatz befindet sich nur 6 km vom Museum entfernt und nahe am historischen Zentrum der Stadt. Dieses besuchen wir abends noch und essen „Cachapo“, eine Art Cordon bleu aus zwei Kalbsschnitzel, paniert und gefüllt mit Serranoschinken und Käse. Auf Anraten des Kellners teilen wir uns die Portion und tatsächlich – das Fleischstück ist riesig und macht uns beide satt.

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