Iberia 2026

Tag 15+16: Die haben einen Knall …

Tag 15+16: Die haben einen Knall …

MO 16.03.2026

Am (sehr) frühen Morgen versuche ich, die Milchstrasse zusammen mit dem Festungsberg in ein Foto zu bannen. Die Bedingungen für Milchstrassenfotografie sind gut – keine Wolken, kein Mond. Ich hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass die Beleuchtung der Festung offensichtlich die ganze Nacht geschaltet ist. So werden die Sterne größtenteils von der künstlichen Beleuchtung überstrahlt. Die Ergebnisse sind nicht wirklich sehenswert.

Also lege ich mich wieder ins Bett und genieße heute ein spätes Frühstück. Gegen Mittag mache ich mich auf zu einer kleinen Wanderung. Vom Platz aus geht es zunächst durch ein Schilfgebiet, danach durch eine Wohnanlage am Hang und schließlich ziemlich steil einen Pfad den Berg hinauf. Im Bogen umrunde ich das Dorf um schließlich zu einem Villenviertel auf dem gegenüberliegenden Berg zu gelangen. Es ist steil hier und so hat praktisch jedes Haus einen Blick auf Peniscola und das Meer – sozialer Wohnungsbau halt. Die Straßen und Grundstücke sind wie ausgestorben und wenn man mal jemand im Garten oder am Pool arbeiten sieht, dann wohnt der bestimmt nicht hier ! Steil geht es wieder bergab ins Dorf, dort komme ich gerade richtig zur Kaffeezeit.


Abends schaue ich mir bei Magentasport die Verleihung der DEL-Awards an. Die Haie können stolz sein: 3 der 5 Auszeichnungen, bester Trainer Kari Jalonen, bester Torhüter und Spieler des Jahres Jane Juvonen.

DI 17.03.2026

Heute fahre ich weiter nach Süden, in die Albufera, ein Reisanbaugebiet südlich von Valencia, hier habe ich für drei Nächte einen Platz auf einem Campingplatz reserviert. Es soll ein Aufenthalt mitten in der Natur werden, aber verbunden mit der Möglichkeit, die nahegelegene Stadt zu besuchen. Christine und ich waren vor einigen Jahren schon einmal für ein paar Tage in Valencia und fanden die Stadt seinerzeit sehr interessant.

Es ist noch Vormittag, als ich hier eintreffe und so muss ich noch eine halbe Stunde warten, bis ich den Platz zugeteilt bekomme. Das macht aber nichts, wie auf Bestellung ertönt eine Knallerei und schon hört man Musik. Eine Gruppe von Frauen, Männern und Kinder mit prächtiger valenzianischer Tracht, die Frauen oft mit kunstvoller Frisur und Haarschmuck, erreicht den Campingplatz. Hier geht es einmal mittendurch, dann ist alles wieder vorbei.

Was war das ? Hier in der Region wird in diesen Tagen „Las Fallas“ gefeiert, lokal das wohl bedeutendste Fest der Region. Las Fallas ist ein spektakuläres Frühlingsfest, bekannt für riesige Pappmaché-Skulpturen (Fallas), die in den Straßen der Stadt aufgebaut sind. Das Fest verbindet Tradition, Satire, laute Mascletás (Feuerwerk), Feuerwerksshows und die Opfergabe an die Jungfrau. Der Höhepunkt ist dann am Donnerstag, an Sa Josep, die Cremà, das Verbrennen dieser Figuren. Das Fest soll seinen Ursprung in einem alten Brauch der Zimmerleute haben, die zum Frühlingsanfang Holzreste verbrannten.

Ich fahre am Nachmittag mit dem Bus in die Innenstadt, die Haltestelle liegt praktischerweise direkt vor dem Campingplatz, die Fahrt dauert etwa 30 min und kostet 2 € für die einfache Fahrt. In Valencia sind viele Straßen gesperrt, Menschen sitzen an Tischen und essen und trinken. An den Kreuzungen sind die Fallas aufgebaut, beeindruckende farbig bemalte Fantasiefiguren und ziehen die Zuschauer an. Jedes Jahr wird das schönste Exemplar gewählt und gewürdigt – verbrannt werden aber alle !

Die Kinder (manche in einem Alter, da werden sie von den Müttern noch mit dem SUV in die Schule gefahren, da der Weg so gefährlich ist) haben eine glimmende Lunte in der Hand und kleine Kartons an Schnüren um den Hals, in denen sich die Böller befinden. Täglich gibt es die Knallerei dann auch in richtig groß, von professionellen Feuerwerkern. Dazu abends noch Höhenfeuerwerke.

Und hier noch ein paar bewegte Bilder für den besseren Eindruck:

Auf einer großen Straße kommen mir erneut Umzüge entgegen. Es sind Gruppen verschiedener Stadtviertel, die zu ihren Fallas ziehen, (fast) alle im traditionellen Festgewand und mit Musik dabei.

Ein Spaziergang führt mich ca. 2 km durch eine Parkanlage, die die Stadt auf 7 km Länge in einem früheren Flussbett durchzieht. Mein Ziel ist die Ciutat de les Arts i les Ciències, der Stadtteil der Künste und der Wissenschaften. Die Gebäude wurden von den spanischen Architekten Calavatra und Candela entworfen, 1998 eröffnet und sind zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Hier befinden sich ein Planetarium, ein Wissenschaftsmuseum, das größte Aquarium Europas und ein Oper- und Musikpalast, Wasserbecken und eine Schrägseilbrücke ergänzen die futuristischen Gebäude.

4 comments

  1. Hallo Herr Krischker,
    haben bisher Ihre wunderbaren Reiseberichte verfolgt incl. der tollen Bilder.
    Interessant, sind auch die Berichte die Sie zu jedem “ Landstrich“ schreiben.
    Vielen Dank für den schönen Kalender.
    Alles Gute und viele Grüße
    Helmut Schlottke

    1. Hallo Herr Schlottke,

      freut mich, dass ich Sie wieder als Reisebegleiter habe und Ihnen die Berichte gefallen. Richten Sie Ihrer Frau herzliche Grüße von mir aus

      Bernd Krischker

  2. Hallo Bernd,
    Du versorgst uns wieder mit ganz tollen Aufnahmen und interessanten Reisebeschreibungen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, das Dir langweilig wird, bei dem was Du alles unterwegs zu sehen bekommst.
    Das Frühlingsfest „Las Fallas“ zeigt wirklich außergewöhnliche Pappmache-Skulpturen. Sehr schön anzusehen!

    Ich freue mich weiterhin auf Deine Berichte. Lass es Dir gut gehen.
    Erich

    1. Hallo Erich,
      tja – seit vergangener Nacht sind alle Figuren nur noch Asche. Irgendwie hat das Ganze etwas sehr buddhistisches – erst wird mit höchster Konzentration lange an den Figuren gearbeitet, dann ein Feuerwerk und übrig bleibt nur die Asche.
      Allerdings darf das Publikum in den Tagen zuvor die Figur auswählen, die vor dem Feuer verschont nleiben soll. Diese kann man dann in einem Museum bewundern.

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