Iberia 2026

Tag 35+36: Adiós España, Portugal – aqui estou eu

Tag 35+36: Adiós España, Portugal – aqui estou eu

SO 05.04.2026

Heute ist Ostersonntag und ich verlasse den Platz im äußersten Norden der Extremadura, um nochmals ca. 120 km weit in den Süden, nach Caceres, zu fahren. Es war wieder eine eisige Nacht hier in den Bergen und auf dem Rückweg geht es immer rauf und runter. Anfangs sieht die Gegend auch ganz anders aus, rechts und links der Strasse ziehen sich Nadelwälder lang – das habe ich so hier noch nicht gesehen.

Als der Pass der Berge erreicht ist, liegt vor mir die weite Ebene, die ich kenne. Bereits auf der Fahrt nach unten steigt die Temperatur hier auf der Südseite um 5 K an und es beginnen auch wieder die kleinen Olivenhaine mit den Naturmauern. In der Ebene liegt ein Stausee, der Wasserstand ist aufgrund der vergangenen Regenfälle hoch.

Später beginnen dann auch wieder die ausgedehnten Eichenwälder, hier sehe ich Schafe und Kühe, die Schweine haben sich versteckt. Plötzlich komme ich in eine Gegend, die voller großer, von der Witterung rundgeschliffener Steine ist. Die Steine zwischen den alten Eichen sehen beeindruckend aus.

In Caceres steuere ich einen Parkplatz fußläufig zum Zentrum an. Die Altstadt scheint von hier aus nur wenige Schritte entfernt. Das täuscht aber: zunächst geht es bergab bis ins Flusstal und auf der anderen Seite dann wieder steil nach oben.

Ich komme an einem kleinen privaten Museum vorbei, ein früherer Eigentümer ist bei Umbauarbeiten auf die maurische Geschichte dieses Hauses gestoßen und hat es wieder so hergerichtet, wie es wohl damals aussah, als hier eine reiche maurische Familie lebte. Das Haus besteht nur aus wenigen Räumen, aber alle sind liebevoll eingerichtet und man fühlt sich in die Zeit damals zurückgesetzt.

Im Zentrum die mir bereits bekannten Trommeln. Ich erreiche die Plaza Mayor, den Hauptplatz von Caceres, in der Mitte abgesperrt, ringsum alles voller Zuschauer. Auf dem Platz eine Kapelle und träger mit einer überlebensgroßen Figur der Heiligen Jungfrau. Dann kommen unter Klängen einer weiteren Kapelle Träger mit einer Figur von Jesus dazu, die beiden Figuren scheinen bei den Klängen der Musik zu tanzen, die Zuschauer klatschen und jubeln.  

Die Prozession zieht noch durch den Ort, der Hauptplatz leert sich, während sich die Lokale am Rand füllen. Ich schlendere noch etwas durch den Ort, finde ein Café und steuere danach den kommunalen Campingplatz an. Dieser hat eine Besonderheit, alle Stellplätze sind mit einem „Privatbad“ ausgestattet, ein kleines Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Toilette auf dem jeweiligen Stellplatz. Das nutze ich, um abends vor dem Schlafen noch ausgiebig zu duschen.

MO 06.04.2026

Heute verlasse ich die Extremadura und auch Spanien, mein Tagesziel liegt in Portugal, kurz hinter der Grenze. Zuvor noch ein Einkauf in einem Supermarkt, in den kommenden Tagen werde ich mich eher in ländlichen Gegenden aufhalten.

Vor dem Erreichen der Grenze mache ich noch einen Abstecher in einen Naturpark westlich von Caceres, der neben seinen Steinformationen für die zahlreiche Storchkolonien bekannt ist. Und tatsächlich, auf kleiner Fläche eine Vielzahl von Nestern, in einigen scheint bereits der Nachwuchs geschlüpft. Daneben beobachte ich ein Pärchen Schwarzkehlchen – es muß wohl nicht erwähnt werden, welches das Männchen ist.

Hinter der Grenze besuche ich Marvão, ein mittelalterliches Bergdorf auf ca. 870 m Höhe mit weiter Fernsicht und bewegter Geschichte von den Römern über die Mauren, Spanier und Portugiesen. Marvãobemüht sich um die Anerkennung als Weltkulturerbe.

Der Campingplatz liegt nur wenige Kilometer entfernt in der Ebene und wird von einem österreichischen Paar geführt.

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