Iberia 2026

Tag 43+44: Der Wind, der Wind – das himmlische Kind

Tag 43+44: Der Wind, der Wind – das himmlische Kind

MO 13.04.2026

Ursprünglich wollte ich heute mit dem Fahrrad unterwegs sein, aber es ist bewölkt und soll im Tagesverlauf auch regnen. So beschließe ich, mit dem Camper loszufahren – wenn es regnet ist es hier drin angenehmer als auf dem Fahrrad.

Zunächst besuche ich Fátima. Der ca. 60 km entfernte Ort ist der bekannteste Wallfahrtsort  Portugals und wird jährlich von mehreren Millionen Pilgern besucht. 1917 soll drei Hirtenkindern auf dem Feld die Jungfrau Maria erschienen sein . Gegenüber der alten Rosenkranz-Basilika wurde 2007 eine neue Basilika mit rund 9.000 Sitzplätzen gebaut, der viertgrößte Kirchenbau der Welt. Zwischen den beiden Kirchenbauten befindet sich ein großer Vorplatz, der mehrere hunderttausende Pilger aufnehmen kann und damit größer ist, als der Petersplatz in Rom.

Auf dem Rückweg besuche ich noch Batalha mit dem gotischen Kloster, das 1983 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde. Das Kloster wurde nach dem Sieg Portugals über das Königreich Kastilien im Jahr 1385 aufgrund eines Gelübdes zum Dank errichtet. In dieser Kleinstadt finde ich auch ein kleines portugiesisches Lokal, in dem ich sehr gut zu Mittag esse.

Zuletzt mache ich, etwa 12 km von meinem jetzigen Stellplatz entfernt, noch dort Halt, wo ich sonst mit dem Fahrrad hingefahren wäre: in der Fischer- und Tourismusstadt Nazaré. Die Stadt liegt unmittelbar am Atlantik und ist, v.a. bei Surfern, bekannt und beliebt für seine Wellen. Die höchsten Wellen werden hier im Herbst/Winter mit bis zu 30 Metern gemessen. Diese Monsterwellen entstehen durch eine einzigartige Kombination eines bis zu 5.000 m tiefen Unterwasser-Canyons, der vor Nazaré endet und den Winterstürmen im Atlantik. Im Vergleich dazu, war das heute harmlos – wenn auch heute per roter Flagge der Zugang zum Meer verboten war.

Kurz vor dem Campingplatz nutze ich noch einen SB-Waschplatz, um den Camper vom Saharastaub und der spanisch-portugiesischen Insektensammlung auf der Front zu befreien.

DI 14.04.2026

Nach 3 Übernachtungen auf dem Platz bei Molinho do Porto geht die Fahrt heute weiter in Richtung Porto. Auf der Suche nach einer Zwischenübernachtung bin ich in der App von CampingCarPark fündig geworden – ein Platzbei Penacova, einer der wenigen Plätze hier in Portugal. Interessant fand ich aber den Hinweis auf die „Mühlen von Penacova“. Bei der Recherche im Internet wurde ich dann fündig und heute bei meiner Fahrt auch !

Bei den „Moinhos de Portela de Oliveira“ handelt es sich um ca. 25 Windmühlen aus Naturstein, die auf einem Bergrücken angeordnet sind. Diese Mühlen befinden sich in unterschiedlichen Erhaltungszuständen. Bei einigen stehen nur noch die Überreste, andere sind komplett restauriert und manche dienen heute als Ferienunterkunft der anderen Art.

Auf dem runden Steinkörper befindet sich ein spitz zulaufendes Dach aus Holz, einseitig der Windmühlenflügel, gegenüberliegend eine Holzstange schräg zum Boden. Ich konnte leider nichts Genaues zur Funktionsweise finden, gehe aber aufgrund der Bauart davon aus, dass die Dächer der Mühlen ursprünglich in den Wind gedreht werden konnten, so wie dies z.b. auch bei holländischen Kappenmühlen der Fall ist.

Vor einer der Mühlen treffe ich auf ein potugiesisches Paar, die sich hier eingemietet haben. Sie erlauben mir einen kurzen Blick ins Innere der restaurierten Mühle. Erdgeschossig Küche und Bad, darüber das Schlafzimmer. Zwei kleine runde Räume, geschmackvoll eingerichtet in einsamster Lage.

Der Stellplatz liegt vor der Stadt Penacova, unmittelbar am Flussufer. Nach dem Kaffee unternehme ich noch einen kleinen Spaziergang. Bauern bereiten ihre Felder für die Aussaat vor, daneben noch einige Weinstöcke.

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