Zunächst eine kurze Erläuterung, warum dieser Bericht erst einen Tag später veröffentlicht wird : Das Papier war zu nass, um unsere Erlebnisse unmittelbar aufzuschreiben. Warum zu nass ? Nun – von den Tränen, die vergossen wurden. Aber dazu später mehr.
SO 19.04.2026

Wir haben eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz verbracht und entscheiden, noch eine Nacht hier zu verbringen. Neben dem Stellplatz gibt es ein kleines, steinernes Gebäude mit Verzierungen, hochgebaut auf Pfeilern. Hier in der Gegend sieht man viele dieser Gebäude, neben Häusern, aber auch auf Feldern und Wiesen. Es handelt sich hier um alte Getreidespeicher, zum Schutz vor Mäusen etc. nicht unmittelbar auf dem Boden gebaut.


Vormittags ein kleiner Spaziergang zum etwa 1,5 km entfernten Strand des kleinen Dorfes und dort am Wasser entlang. Die Einheimischen genießen das warme Wetter, der Sandstrand füllt sich langsam, viele bringen sich Sonnenschirme und Strandliegen mit. Wir sitzen auf der Terrasse eines kleinen Bistros und genießen den Tag – das ist fast wie Urlaub hier !

Nachmittags mache ich noch eine kleine Fahrradtour an der Küste entlang, vorbei an einem Feuchtgebiet bis zum nächsten Ort. Hier ist schon mehr Rummel, der Ort und der Strand größer und Sonntags haben wohl noch mehr Menschen Zeit.
MO 20.04.2026
Heute fahren wir weiter, es geht an der Küste entlang etwa 120 km nach Santiago de Compostela. Je näher wir diesem Ort kommen, umso mehr Wanderer mit Wanderstock und Rucksach sieht man unterwegs. Wir steuern einen Wohnmobilstellplatz im Randbezirk des Wallfahrtsortes an und machen uns auf den Weg.
Zur Bushaltestelle sind es nur etwa 300 m, der Bus fährt alle 30 min und braucht etwa 15 min bis ins Zentrum. 1 € pro Person kostet uns die einfache Fahrt. Die kleinen Gassen der Altstadt sind belebt, rechts und links findet man kleine Geschäfte, Restaurants, Bierbars und Cafés, man ist gut auf die Massen an Pilger vorbereitet.


Auf dem Platz vor der ursprünglich romanischen Kathedrale, geweiht 1211, später im Barock erweitert, hört man die Sprachen Europas, einzelne Pilger, aber auch größere Gruppen aller Altersstufen treffen hier aufeinander, am Ende der mehr oder weniger langen Wallfahrtstour. Hier sollen in der Kathedrale die Gebeine des Apostels St. Jakobus begraben sein, über seiner Grabstätte wurde die Kirche errichtet.



Wir besichtigen die prächtig ausgestattete Kathedrale, danach noch ein Streifzug durch die Gassen, Tapas in einer Bar und Kaffee und Kuchen – klassische Stadtbesichtigung halt.
Abends dann der Grund für die späte Veröffentlichung und das nasse Papier : Die Haie spielen das 6. Spiel der Serie zuhause und liegen Ende des ersten Drittels mit 2:1 hinten. Eigentlich kein Problem beim Eishockey, aber das zweite Drittel bleibt torlos. Die Berliner spielen abgezockt und frei auf, haben ja nichts zu verlieren. Die Haie in der Offensive stark, aber glücklos. Im 3. Drittel wird 4 Minuten vor Schluss der Torhüter gegen einen Feldspieler getauscht und wir kassieren noch 2 Treffer ins leere Tor. Aus der Traum von der Meisterschaft nachdem die Hauptrunde auf Platz 1 abgeschlossen wurde !